1-12-2016

VJD Newsletter
(1-12-2016)
 
 

Stellenausschreibung


1 Stelle: wissenschaftliche Mitarbeiter/in (50%), Universität Trier
Bewerbungsfrist: 10.12.2016

Für das Forschungsprojekt "Erinnerungsort SchUM: Die Bedeutung der jüdischen Gemeinden Speyer, Worms und Mainz (Qehillot SchUM) und ihrer Bauten (Synagogen, Mikwen, Friedhöfe) in der Überlieferung des Mittelalters" am Arye Maimon-Institut für Geschichte der Juden der Universität Trier ist zum 1. Januar 2017 die Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters/einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin neu zu besetzen.

Die Stelle (TVL 13 50%) ist projektbedingt bis zum 31. Mai 2018 befristet.

Das vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland- Pfalz geförderte Vorhaben widmet sich den Beziehungen zwischen den konkreten, "erinnerten Orten" der drei rheinischen Judengemeinden des Mittelalters und den persistenten "Topoi der Erinnerung" in der immateriellen Überlieferung von Juden und Christen. Damit geht es der Frage nach, wie und warum die teils noch heute erhaltenen Grabsteine bzw. Friedhöfe, Synagogen und Mikwen der SchUM-Gemeinden je einzeln und in ihrer Gesamtheit als einzigartige Zeugnisse der kulturellen Tradition des aschkenasischen Judentum gelten.

Voraussetzungen:

- abgeschlossenes Studium im Bereich der Geschichtswissenschaften

- sehr gute englische und/oder deutsche Sprachkenntnisse

- hebräische und/oder lateinische Sprachkenntnisse sind von Vorteil

Die Möglichkeit der Promotion zu einem Thema der jüdischen Geschichte des Mittelalters oder der Frühen Neuzeit ist gegeben; in diesem Fall ist das Institut bemüht, zusammen mit der Kandidatin/dem Kandidaten eine Anschlussfinanzierung einzuwerben.

Die Universität Trier ist bestrebt, die Zahl ihrer Wissenschaftlerinnen zu erhöhen, und fordert diese nachdrücklich zu einer Bewerbung auf. Schwerbehinderte Menschen werden bei entsprechender Eignung bevorzugt eingestellt.

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen (Lebenslauf, ggf. Projektskizze; zwei Empfehlungsschreiben separat per Mail) in elektronischer Form an clemensl@unitrier.de.

Bewerbungsfrist: 10. Dezember 2016.

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IT-Spezialisten (m/w) mit Schwerpunkt Geisteswissenschaften (Digital Humanities)
Bewerbungsfrist: 10.12.2016

An der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, einer staatlich anerkannten, vom Zentralrat der Juden in Deutschland getragenen und von Bund und Land finanzierten Hochschule ist möglichst zum 1. Januar 2017 für das Forschungsprojekt "Die Neue Gallia-Germania-Judaica" die Stelle eines

IT-Spezialisten (m/w) mit Schwerpunkt Geisteswissenschaften (Digital Humanities)

(Teilzeitstelle 75%)

befristet für die Dauer von 3 Jahren zu besetzen.

Das Aufgabengebiet umfasst insbesondere:

Die Unterstützung bei der Konzeption, die Entwicklung, Programmierung und die anschließende Pflege und Weiterentwicklung einer als Langzeitprojekt angelegten Datenbank für das online Ortslexikon "Die Neue Gallia-Germania Judaica", sowie die Unterstützung und Beratung der Wissenschaftler/innen des Projektes bei der Eingabe der Daten und Teilaufgaben der Projektverwaltung.

Dienstort ist Heidelberg.


Ihr Profil:

- vertiefte IT- bzw. Fachkenntnisse

- Programmierkenntnisse und -Praxis (verlangt wird die selbständige Anfertigung von Programmen oder Programmbausteinen für Programmiervorgaben einfachen Schwierigkeitsgrades, sowie die Änderung, Pflege, Übernahme und ggf. Anpassung entsprechender Programme oder Programmbausteine). Erfahrung mit verteilten Datenhaltungssystemen sind erwünscht.

- Gute Kenntnisse im Bereich der Digital Humanities oder vergleichbarer Fachrichtung und ihrer Methoden.

- Teamfähigkeit

- Erfahrung im Umgang mit wissenschaftlichen Texten

- Fremdsprachenkenntnisse (Englisch, möglichst Französisch).

Wir bieten Ihnen eine vielseitige und interessante Tätigkeit in angenehmer Arbeitsatmosphäre. Die Vergütung richtet sich je nach Qualifikation/Erfahrung bis zur Entgeltgruppe E 9 TV L.

Für weitere Auskünfte steht Prof. Dr. Johannes Heil (ignatz-bubis-lehrstuhl@hfjs.eu) zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen bis spätestens zum 10.12.2016 per E-Mail (in einem PDF-Dokument) an: ignatz-bubis-lehrstuhl@hfjs.eu

Die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg strebt eine Erhöhung des Anteils der Frauen in den Bereichen an, in denen sie bisher unterrepräsentiert sind. Entsprechend qualifizierte Frauen werden um ihre Bewerbung gebeten. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung vorrangig eingestellt.

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4 Stellen: wissenschaftlicher Mitarbeiter/innen (65%), Universität Hamburg
Bewerbungsfrist: 15.01.2017

Im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Graduiertenkolleg "Interkonfessionalität in der Frühen Neuzeit" der Fakultät für Geisteswissenschaften sind zum 01.04.2017

4 Stellen wissenschaftlicher Mitarbeiter/innen (65%)

gemäß § 28 Abs. 3 HmbHG mit einer Laufzeit von 3 Jahren zu besetzen. Die Vergütung erfolgt nach der Entgeltgruppe TV-L E13. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 25,35 Stunden.

Die Befristung des Vertrages erfolgt auf der Grundlage von § 2 Abs. 1 Wissenschaftszeitvertragsgesetz.

Die Universität strebt die Erhöhung des Anteils von Frauen am wissenschaftlichen Personal an und fordert deshalb qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Frauen werden im Sinne des Hamburgischen Gleichstellungsgesetzes bei gleichwertiger Qualifikation vorrangig berücksichtigt.

Das Graduiertenkolleg erforscht Prozesse des Austausches zwischen den Konfessionen in der Frühen Neuzeit (16. bis 18. Jahrhundert), wobei neben dem deutschen Sprachraum auch europäische und außereuropäische Kontexte in den Blick genommen werden sollen (insbesondere Italien, England, griechisch-orthodoxer Raum, Südamerika, China). Besonderes Interesse gilt im Rahmen der zu fördernden Promotionsvorhaben theologischen, politischen, literarischen und künstlerischen Phänomenen, die die Grenzen zwischen den sich formierenden Konfessionen in die eine oder andere Richtung überwölben (interkonfessionell) oder die ihnen gemeinsam sind (transkonfessionell). Erwartet wird zudem Offenheit für medienhistorische Fragestellungen, die darauf zielen, nicht nur zu analysieren, wie sich heterogene konfessionelle Konzepte in unterschiedlichen Artefakten niedergeschlagen haben, sondern exemplarisch zu erkunden, wie Literatur, Bühne, Malerei, Bildhauerei und geistliche Musik theologische Vorgaben nicht nur dokumentieren, sondern zugleich variieren und multimedial rezipierbar machen. Weitere Informationen zur Konzeption des Graduiertenkollegs sind zu finden unter:

http://www.gwiss.uni-hamburg.de/de/einrichtungen/graduiertenschule/interkonfessionalitaet.html

Aufgaben:

Wissenschaftliche Weiterqualifikation im Rahmen eines strukturierten Promotionsprogramms.

Aufgabengebiet:

Anfertigung einer Dissertation in einem der beteiligten Promotionsfächer zu einem Thema, das interkonfessionelle Konstellationen der Frühen Neuzeit ins Zentrum des Interesses rückt. Teilnahme am strukturierten Studienprogramm und den Veranstaltungen des Kollegs. Die Promotionen werden an der Universität Hamburg durchgeführt. Die Kollegiat/innen haben Präsenzpflicht in Hamburg. Bewerbungen von Personen, die beabsichtigen, ihr Promotionsprojekt in einem kürzeren Zeitraum abzuschließen, sind willkommen.

Einstellungsvoraussetzungen:

Voraussetzungen für die Bewerbung sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium in einem der beteiligten Fächer (Evangelische oder Katholische Theologie, Germanistik, Anglistik, Geschichte, Romanistik, Byzantinistik/Neogräzistik, Latinistik, Lateinamerikanistik, Judaistik, Sinologie, Historische Musikwissenschaft, Kunstgeschichte), Bereitschaft zu interdisziplinärer Arbeit sowie Teamfähigkeit.

Schwerbehinderte haben Vorrang vor gesetzlich nicht bevorrechtigten Bewerberinnen/Bewerbern bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung.

Bewerbungen (Exposé des Promotionsvorhabens [max. 6 Seiten], Curriculum vitae, Abschlusszeugnisse, zwei Referenzen) sind in Papierform und elektronisch (in einer einzigen PDF-Datei) bis zum 15.01.2017 an den Sprecher des Graduiertenkollegs zu richten:

Universität Hamburg, Fakultät für Geisteswissenschaften, DFG-Graduiertenkolleg 2008 "Interkonfessionalität in der Frühen Neuzeit", Univ.-Prof. Dr. Johann Anselm Steiger, Schlüterstr. 51, D 20146 Hamburg, anselm.steiger@uni-hamburg.de ; die PDF-Datei bitte auch an die Koordinatorin des Graduiertenkollegs Sabine Ledosquet sabine.ledosquet@uni- hamburg.de senden.

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Ankündigungen


Serenissima and Ashkenaz. The Venetian Ghetto in European History and Culture. International Conference, 04.12. - 07.12.2016, Venice

We will explore the relationship between the Ghetto and the city of Venice and other locations of the Jewish diaspora. Rites and rabbinic institutions will be discussed as well as intellectual influences and cultural transfer.

The focus is set on the Ghetto and its main personalities from the fifteenth to the seventeenth centuries, with particular attention to the influence they exerted on Jewish culture across Europe, and, above all, on the Berlin Haskalah.

Several scholars have argued that the Italian and Berlin Haskalah not only show general similarities, but even a veritable cause-and-effect relationship may be found between them. In fact, it is safe to say that many early maskilim have followed in the footsteps of Jewish Italian intellectuals coming from the Venetian Ghetto, such as: Simone Luzzatto - Rabbi and philosopher- , Leon Modena - author of an account of Jewish customs and rituals (´Historia de´ riti hebraici´, 1637)-, and many others.

This conference is the final celebration at the end of a year of numerous activities that marked the 500 years existence of the Ghetto. A variety of research institutions join forces in a collaborative concluding commemoration. The initiators are the Associations for Jewish Studies and of Judaic Scholars in Germany together with the Abraham Geiger College and the School of Jewish Theology at the University of Potsdam, thereby representing diverse perspectives on the Jewish life. In this endeavor we are united with the Centre for Jewish Studies Berlin-Brandenburg and cherish our cooperation in this important celebration. We thank our magnificent local partners for their extraordinary contribution on this occasion, especially the Università Ca´Foscari di Venezia and the Centro Tedesco di Studi Veneziani.

Speakers

Rafael Arnold: On the Relation between Leon Modena and Abraham Geiger

Giulio Busi: The Ghetto of Venice and the Qabbalah

Bernard Cooperman: Venice and Other Ghettos: The Purpose and Impact of Spatial Segregation Policy

Cristiana Facchini: Crossing the Borders. The Story of Sara between Memory and Space

Jonathan Karp: Ghetto Economics and Jewish Emancipation

Alexander von Kienlin / Ulrich Knufinke: The Venetian Synagogues and their Architectonic Impact History

David Malkiel: Gentile Wine in Renaissance Venice

Asher Salah: An Unknown Figure of Venetian Haskalah: Marco Navarra and his ´Lettere Orientali´

Emile Schrijver: Italian influences on Ashkenazic Book Production since the Invention of Printing

Giuseppe Veltri: Why Venice?

Gadi Luzzatto Voghera: The Venetian Ghetto in the XIX and XX centuries

Registration and further information: http://serenissima.online/

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Einladung zum Postdoc-Netzwerk der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts (WAG)

Jüdische Geschichte und Kultur erfahren eine breite Aufmerksamkeit in Wissenschaft und Öffentlichkeit. Insbesondere für das 19. und 20. Jahrhundert liegen inzwischen zahlreiche Forschungsarbeiten vor, die nicht nur unser Verständnis der Geschichte des deutschsprachigen Judentums erweitert haben, sondern ebenso Erkenntnisse zu übergreifenden historischen Fragen befördern - zum Verhältnis von Politik und Religion, Nation und Kultur, zu gesellschaftlicher Vielfalt und Ausgrenzungsprozessen.

Forschungen zu jüdischer Geschichte und Kultur greifen auf eine Vielfalt methodischer und disziplinärer Zugänge zu und beruhen im besonderen Maße auf internationalen Kooperationen. Die WAG widmet sich seit über 25 Jahren diesen Forschungen und bietet insbesondere Historiker/innen des deutschsprachigen Raums ein wissenschaftliches Forum (http://wag-leobaeck.de). Im Anschluss an diese erfolgreiche Arbeit möchten wir nun ein Postdoc-Netzwerk initiieren, das dem strategischen Austausch promovierter Forscher/innen vor Erlangungen einer Professur oder einer vergleichbaren Position dienen soll. Das Netzwerk richtet sich an Forscher/innen, die sich mit Blick auf unterschiedliche zeitliche und räumliche Kontexte mit der Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums befassen. Zugleich begrüßen wir die für Forschungen zur jüdischen Geschichte gängige disziplinäre Vielfalt und wollen das Netzwerk keineswegs auf Historiker/innen begrenzen. Wir setzen jedoch ein historisches Interesse voraus.

Das Netzwerk will die besonderen Herausforderungen adressieren, die aus der transdisziplinären Prägung der Forschung zur jüdischen Geschichte und Kultur für die wissenschaftliche Karriere erwachsen. Forscher/innen, die sich zwischen den etablierten Disziplinen bewegen, stehen unter den Bedingungen des deutschen Wissenschaftssystems (Wissenschaftszeitvertragsgesetz, Drittmittel-Bedeutung, Verbundprojekte etc.) gegenwärtig vor ganz eigenen Herausforderungen. Das Postdoc-Netzwerk soll zum anderen als Laboratorium fachwissenschaftlichen Austauschs dienen, zur Entwicklung von Ideen für Forschungsprojekte und Veranstaltungen, in Zusammenarbeit mit und Unterstützung durch WAG und weitere Partner.

Auf organisatorischer Ebene bauen wir derzeit zunächst eine Mailingliste auf, über die Ankündigungen, Diskussionen und Planungen kommuniziert werden können. In einem weiteren Schritt sollen andere Kommunikations- und Präsentationsformen (z.B. ein Blog und eine Kooperationsplattform) entwickelt werden. In diesem Sinne laden wir Interessierte herzlich zur Teilnahme am WAG-Postdoc-Netzwerk ein! Wir freuen uns auf Rückmeldungen mit kurzen Angaben zu den Forschungsinteressen und zum biografisch-fachlichen Hintergrund und sind gespannt auf die Zusammenarbeit.

Mit kollegialen Grüßen,

die Initiator/innen Kerstin von der Krone, Mathias Berek, Manja Hermann, David Jünger, Markus Krah, Mirjam Thulin

Kontakt: postdoc@wag-leobaeck.de)

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Voranfrage Internationales Colloquium "Deutschsprachige Zionismen" im Oktober 2017 in Berlin
Anmeldeschluss: 16.12.2016

Freie Universität Berlin, Friedrich-Meinecke-Institut; Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg

Datum: Oktober 2017

Veranstaltungsort: Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg

Geplant ist ein dreitägiges Arbeitstreffen, voraussichtlich von Mittwoch bis Freitag

Organisation:

Dr. Ivonne Meybohm (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin)

Lisa Sophie Gebhard M.A. (Freie Universität Berlin)

David Hamann M.A. (Freie Universität Berlin)

In Zusammenarbeit mit Frau Prof. Ina Ulrike Paul (Freie Universität Berlin/ Universität der Bundeswehr München)

Der moderne Zionismus, der sich infolge des ersten Zionistenkongresses 1897 politisch zu formieren begann, stellte zu keiner Zeit eine einheitliche Bewegung dar. Im Gegenteil umschreibt der Sammelbegriff "Zionismus" eine heterogene Bewegung, innerhalb derer verschiedene Gruppen Aushandlungsprozesse um die Vision und praktische Umsetzung einer "jüdischen Heimstätte" miteinander führten. Die teils nur schwer voneinander abzugrenzenden Strömungen wie die des Kulturzionismus, des praktischen oder des politischen Zionismus werden im Folgenden als "Zionismen" zusammengefasst. Derartige Kategorien gehen auf zeitgenössischen Zuschreibungen zionistischer Gruppen zurück und sind als solche innerhalb der Forschung weiterhin verbreitet.

Insbesondere die deutschsprachigen Zionisten, deren führende Vertreter die Bewegung in den ersten zwei Jahrzehnten maßgeblich prägten, waren in ihrer ideologischen und organisatorischen Entwicklung von dem sie umgebenden politischen Zeitgeist stark beeinflusst. Die im Kaiserreich zirkulierenden Wissens- und Ideenbestände wie die Lebensreformbewegung oder die deutsche Kolonialpolitik übten eine nachhaltige Wirkung auf zionistische Konzepte aus - genauso wie die rasch wachsende und verstärkt aggressiv auftretende antisemitische Bewegung, deren Exklusion der jüdischen Mitbürger aus der deutschen Gesellschaft die Suche nach einem alternativen Heimatland forcierte.

Neben diesen Einflüssen waren die deutschen Zionisten mit der Existenz anderer jüdischer Organisationen konfrontiert, deren politische Konzeptionen und Vorschläge zur Lösung der "jüdischen Frage" die Idee einer eigenen jüdischen Nation nicht miteinschlossen. Unter ihnen befanden sich der einflussreiche Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C.V.) und der 1901 gegründete Hilfsverein der deutschen Juden. Einerseits gehörte die Stärkung der jüdischen Identität zu den grundlegenden Zielen des C.V., andererseits sahen dessen Anhänger die Forderung nach einer jüdischen Heimstätte als Hindernis für die erstrebte "deutsch-jüdische Symbiose". Dasselbe gilt für den Hilfsverein, der zwar Palästina als wichtiges Zielland osteuropäischer jüdischer Migration ansah und sich bildungspolitisch stark für die jüdischen Belange dort engagierte, der aber andererseits nie einen Hehl aus seinem deutschen Nationalbewusstsein machte. Trotz zahlreicher Berührungs- und Überschneidungspunkte standen viele deutsche Zionisten so in einem stetigen Spannungsverhältnis zu diesen Organisationen, die außerdem bis zum Ersten Weltkrieg weitaus mehr Mitglieder aufwiesen und gesellschaftlich deutlich einflussreicher waren als die Vertreter zionistischer Gruppierungen.

Gegenüber den sozial etablierten Vertretern nationaldeutscher jüdischer Organisationen und ihren zivilgesellschaftlichen Bemühungen um Recht und Gleichberechtigung der deutschen Juden waren den staatlichen Stellen die separatistisch anmutenden Ideen der Zionisten weitaus suspekter, gerade in Bezug auf die guten Beziehungen zum Osmanischen Reich. Dennoch gab es in allen deutsch-national eingestellten jüdischen Vereinen und Organisationen auch zionistisch denkende Personen. Otto Warburg, Präsident der Zionistischen Organisation von 1911-1920 war beispielsweise Mitglied im Vorstand des Hilfsvereins, David Wolffsohn, Präsident der Zionistischen Organisation von 1905-1911 war bis mindestens 1903 zugleich Mitglied im C.V.2. Höhepunkt der Auseinandersetzungen ist der 1913 lautstark in Öffentlichkeit und Medien ausgetragene "Sprachenstreit" um die Verwendung der hebräischen Sprache als Unterrichtssprache in den höheren Lehrkursen des vom Hilfsverein initiierten "Technikums" (Technion), der am Ende einer stetig wachsenden Zuspitzung zwischen �Zionisten� und "Antizionisten" steht. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der gesellschaftliche "Burgfrieden" überdeckte für einige Jahre diese Konflikte.

Die vielfältigen Strömungen, Akteure und Agitationsmittel der zionistischen Bewegung und ihre Beziehung zu anderen jüdischen Organisationen sollen im Rahmen einer internationalen Konferenz eingehend beleuchtet werden. Das Ziel der Veranstaltung ist es, das spannungsreiche Verhältnis der zionistischen Gruppen untereinander sowie dasjenige zu nicht-zionistischen Akteuren und Vereinen herauszuarbeiten, wobei auch deren Zusammenarbeit in den Blick genommen wird. Auf diese Weise sollen die Dimensionen von Kooperation und Annäherung ebenso wie die Austragung von Konflikten und Machtkämpfen zusammenhängend aufgezeigt werden. Die medialen Selbstdarstellungen und Identitätsbildungsstrategien der Gruppen treten so ebenfalls in den Fokus. Von der Forschung übernommene Kategorien, die der Unterscheidung und Zuordnung vor allem zionistischer Gruppen dienen, gilt es hierbei kritisch zu prüfen.

Der regionale Rahmen erstreckt sich auf den deutschen Sprachraum, dessen Einfluss auf die Zionistische Organisation im Wesentlichen bis zum Ersten Weltkrieg andauerte.


Folgende Fragen sind von besonderem Interesse:

- Welche Gruppen waren mit welchen Inhalten und Forderungen an den Diskussionen über eine "jüdische Heimstätte" innerhalb des deutschsprachigen Judentums beteiligt?

- Wie entwickelte sich ihre Haltung zueinander?

- Welche gemeinsamen Ziele und Interessen existierten und inwiefern wurde deren Realisierung durch Zusammenarbeit verfolgt?

- Wie sind derartige Entwicklungen in den Kontext nationaler jüdischer Organisationen und in den der nicht-jüdischen Umwelt einzuordnen?

- Wo verliefen die Grenzen zwischen Kooperation und Konflikt?
Themengebiete bzw. mögliche Panels bilden:

1) der deutschsprachige Zionismus - Strömungen und Spannungen

2) der religiöse Zionismus und dessen Verhältnis zur jüdischen Orthodoxie

3) die Organisation und Rolle von Frauen innerhalb des Zionismus

4) national-liberale jüdische Organisationen und ihre Position zum Zionismus

5) die Selbstdarstellung und Identitätsbildungsstrategien zionistischer Medien

Neben diesen Fragen und thematischen Schwerpunkten hat die Konferenz das Ziel, NachwuchswissenschaftlerInnen aus Deutschland, Israel und anderen europäischen Ländern, die im Bereich Jüdische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts mit oben genanntem Schwerpunkt arbeiten, zu vernetzen. Darüber hinaus soll ihnen ermöglicht werden, mit etablierten WissenschaftlerInnen in Kontakt zu treten. Die Konferenz wird hierzu im Oktober 2017 am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg in Berlin stattfinden. Wir planen die Kosten für Anreise und Unterbringung zu erstatten. Derzeit bemühen wir uns um die Förderung durch einige Stiftungen.

Bitte teilen Sie uns spätestens bis zum 16. Dezember 2016 mit, ob Sie an einer Teilnahme interessiert sind.

Kontakt: Dr. Ivonne Meybohm (meybohm@zfl-berlin.org)

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Call for papers


2018 Leo Baeck Institute Year Book Essay Prize in German-Jewish Studies
Deadline: 15.01.2017

The Leo Baeck Institute for the Study of the History and Culture of German-speaking Jewry is delighted to announce its 2018 Year Book Essay Prize. The Leo Baeck Institute Year Book is a fully refereed Oxford journal and covers cultural, social, and economic history. Appearing annually since 1956, it has become the field's central and most comprehensive publication.

The Leo Baeck Institute Year Book Essay Prize was established to

o Stimulate new research on the history and culture of German-speaking Jewry

o Promote young researchers in the field

The essay can be on any topic on the history and culture of German-speaking Central European Jewry from early modern times through to the present.


The prize

The winner will receive:

- Publication of the winning essay in the 2018 volume of the Leo Baeck Institute Year Book

- A cash prize of £500

- A free year's print and online subscription to the Leo Baeck Institute Year Book


How to enter

Entries of 5-7,000 words should be submitted through our online submission system. Please refer to http://www.oxfordjournals.org/our_journals/lbaeck/for_authors for instructions on how to prepare and submit your manuscript. All entries will be peer reviewed anonymously. The winner will be selected from all entries recommended for publication by our peer reviewers.

The closing date is 15 January 2017.


Competition rules

The competition is open to recent PhDs and Postdocs who have received their PhD no more than 5 years ago. The entry must not be under consideration for publication elsewhere.

See http://www.oxfordjournals.org/our_journals/lbaeck/prize_submissions.html for the full competition rules.

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Neuerscheinungen


Yearbook of the Maimonides Centre for Advanced Studies 2016

The Yearbook mirrors the annual activities of staff and visiting fellows of the Maimonides Centre and reports on symposia, workshops, and lectures taking place at the Centre. Although aimed at a wider audience, the yearbook also contains academic articles and book reviews on scepticism in Judaism and scepticism in general. Staff, visiting fellows, and other international scholars are invited to contribute.

Link: OPEN ACCESS

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Busi, Giulio: Lorenzo de' Medici. Una vita da Magnifico

In questa biografia elegante, rigorosa nelle fonti ma anche poetica e ironica, la straordinaria vita di Lorenzo de' Medici trova finalmente un racconto all'altezza dei suoi fasti e delle sue contraddizioni.

Lorenzo de' Medici, detto il Magnifico (1449-92), è uno dei personaggi più rappresentativi della storia italiana. Nessun intellettuale, infatti, ebbe nelle proprie mani altrettanto potere e nessun uomo di governo fu così consapevole della propria cultura. Buon politico...

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ISBN-10: 8804673591

ISBN-13: 978-8804673590

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