1-12-2015

VJD Newsletter
1-12-2015

Liebe Verbandsmitglieder,

die Ergebnisse der DFG-Gremienwahl sind im Internet abrufbar.

(http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/gremien/fachkollegien/fk-wahl2 015/151126_fkwahl_2015_wahlergebnis_vorlaeufig.pdf)

Wir haben erneut geschafft, eine Judaistin als Fachkollegiatin zu wählen. Wir gratulieren Prof. Dr. Hanna Liss für die Wahl und wünschen ihr eine schöne, konstruktive und erfolgreiche Arbeit. Für Chanukka und Weihnachten wünsche ich alles Gute und einen schönen Jahresanfang 2016.

Ihr
Giuseppe Veltri

 


Stellenausschreibungen

1 x 0,50 Akademische/r Mitarbeiter/in School of Jewish Theology, Professur für Hebräische Bibel und Exegese, Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam
Bewerbungsschluss: 15.12.2016

Das Abraham Geiger Kolleg, gegründet 1999, ist ein An-Institut der Universität Potsdam und das erste Rabbinerseminar in Kontinentaleuropa nach der Schoa. Gemeinsam mit der School of Jewish Theology bildet es die erste jüdisch-theologische Einrichtung mit Fakultätscharakter in der Geschichte der deutschen Universität. Die School of Jewish Theology umfasst sieben Professuren und bildet gemeinsam mit dem Abraham Geiger Kolleg jüdische Theologen, Rabbiner und Kantoren aus.

Am Abraham Geiger Kolleg ist in Zusammenarbeit mit der School of Jewish Theology an der Universität Potsdam am Lehrstuhl für Hebräische Bibel und Exegese, eine Stelle als

Akademische/r Mitarbeiter/in

zum 01.04.2016 mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden zu besetzen. Die Eingruppierung erfolgt nach Entgeltgruppe 13 TVÖD. Die Stelle ist bis zum Ende der Zuwendungsperiode durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, zunächst bis zum 31.03.2017 befristet. Die Lehrverpflichtung beträgt 2 Semesterwochenstunden.

Der Aufgabenbereich umfasst:

- Vorbereitung und Durchführung des Seminars Einführung in die Hebräische Bibel

- Durchführung eigener Forschungen (Dissertation oder Habilitation) im Bereich der Hebräischen Bibel oder Rezeptionsgeschichte

- Mitarbeit bei der Organisation einer internationalen Tagung zur deutsch-jüdischen Bibelexegese

- Mitarbeit in den Gremien der School und der Universität

- Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen.

Einstellungsvoraussetzungen:

- Überdurchschnittlicher Studienabschluss (Magister- oder Masterabschluss) im Fach Judaistik / Jüdische Studien / Theologie

- Ausgewiesene Kenntnisse im biblischen Hebräisch

- Erfahrung in der Exegese biblischer Texte

- sehr gute Englischkenntnisse

- Kenntnisse im Aramäischen und im modernen Hebräischen sind erwünscht.

Die/der Kandidat/in soll interdisziplinären Arbeitsmethoden gegenüber aufgeschlossen sein.

Die Universität Potsdam strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre an und fordert Frauen nachdrücklich zur Bewerbung auf. Frauen werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen. Schwerbehinderte werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt.

Bewerbungen richten Sie bitte per Post mit den üblichen Unterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse) bis zum 15.12.2015 an:

Prof. Dr. Shani Tzoref

Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam

Postfach 120852

10598 Berlin

zurück


2 Stellen Wiss. Mitarbeiterin / Wiss. Mitarbeiter mit 1/2-Teilzeitbeschäftigung befristet auf 3 Jahre Entgeltgruppe 13 TV-L, Freie Universität Berlin, Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften, Kennung: WM 2 / 16
Bewerbungsschluss: 14.12.2015

Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften Institut für Deutsche und Niederländische Philologie

Aufgabengebiet:

- Lehre und Forschung im Bereich der alt-jiddischen Sprache und Literatur

- Unterstützung bei der Durchführung von Tagungen und bei der Einwerbung von Drittmitteln

- Mitwirkung in der universitären Selbstverwaltung

Einstellungsvoraussetzungen:

- Abgeschlossenes wiss. Hochschulstudium der Jiddistik oder der Germanistik mit nachweisbaren Kenntnissen der alt-jiddischen Sprache und Literatur

- Bereitschaft zur Anfertigung einer Promotion im Themenbereich Ältere deutsche Sprache und Literatur und / oder alt-jiddische Sprache und Literatur

Erwünscht:

- Gute Kenntnisse der Älteren deutschen Sprache und Literatur

- Gute Englischkenntnisse

- Interesse an literatur- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen

- Gute Kenntnisse in MS Office

- Eigeninitiative und gute Teamfähigkeit

Bewerbungen sind mit aussagekräftigen Unterlagen bis zum 14.12.2015 unter Angabe der Kennung im Format PDF und elektronisch per E-Mail zu richten an (Frau Jule Winner): winner@zedat.fu- berlin.de

Mit der Abgabe einer Onlinebewerbung geben Sie als Bewerber/in Ihr Einverständnis, dass Ihre Daten elektronisch verarbeitet und gespeichert werden.

zurück


Stipendien

WBG-Doktoranden-Stipendium "Migration und Integration", Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt
Bewerbungsschluss: 31.12.2015

Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 01.04.2016-31.03.2018

Ankunft in der Fremde. Migration und Integration

In Zeiten der Globalisierung erfahren immer mehr Menschen, dass der Ort oder das Land ihrer Geburt kaum das Umfeld ihres ganzen Lebens sein können. Wenn sie nicht durch Naturkatastrophen, Kriege, wirtschaftliche Not oder religiöse Verfolgung vertrieben werden, locken sie universal vernetzte Medien mit der Verheißung einer besseren Existenz in die Ferne. Wie viel Heimat müssen sie aber mitnehmen, um sich dort einzurichten? Können sie in der Fremde nur bestehen, indem sie alte Bindungen durch Briefe, Besuche oder die nie aufgegebene Option zur Rückkehr pflegen? Wie stark können sie die aufnehmende Gesellschaft verändern und ihrer eigenen Mentalität anverwandeln, um hier gut leben zu können? Kann es den Weg von der alten zu einer neuen Heimat überhaupt geben? Eröffnen sich Migranten, mögen sie auch unter Zwang handeln, nicht neue Chancen zur Entfaltung der Persönlichkeit? Mit welchen sprachlichen Mitteln und Werken der Hand bewältigen sie ihre Erfahrungen? Diese Fragen mögen zwar von einer besonderen Aktualität sein, sie sind jedoch in Wirklichkeit so alt wie die Menschheit selbst. Schon Seneca d. Ä. hat aus seinem Exil in Korsika 41 n. Chr. konstatiert, dass ständiger Wechsel des Wohnortes Menschenart sei.

Das Stipendium richtet sich an Promotionsstudierende aus den historischen, politologischen, soziologischen, philosophischen, religionswissenschaftlichen, erziehungswissenschaftlichen, anthropologischen, ethnologischen, geographischen, sprach- und literaturwissenschaftlichen Fächern. Seit 1989 erhält alle zwei Jahre ein Doktorand von der WBG ein Stipendium, das eine Förderung von 2 Jahren mit monatlich 900 Euro vorsieht. Wenn sich Ihre Dissertation mit einem der zahlreichen Aspekte des Themas 'Ankunft in der Fremde. Migration und Integration' befasst, freuen wir uns über Ihre Bewerbung um das WBG-Doktoranden-Stipendium 2016/2017.

zurück


3 Ph.D. scholarships,Centre for the Study of Manuscript Cultures, University of Hamburg
Deadline: 15.01.2016

The Graduate School of the "Centre for the Study of Manuscript Cultures" (CSMC, Integriertes Graduiertenkolleg im Sonderforschungsbereich 950 "Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa") at the University of Hamburg invites applications for

3 Ph.D. scholarships

scholarships (2+1 year) of € 1.200 per month (tax free) starting April 1st 2016. The CSMC is a unique research centre for the historical and comparative study of manuscript cultures in Asia, Africa, and Europe building on decades of manuscript studies at the University of Hamburg. It was established with a generous grant from the German Research Association (DFG) in order to develop a comprehensive approach to manuscript cultures including disciplines such as philology, palaeography, codicology, art history, and material analysis. Communication in the international research community of the Centre is conducted in English, Ph.D. (Dr. phil.) dissertations should be written in English or German. First information can be found on the Centre's webpage which will be continually updated: http://www.manuscript-cultures.uni-hamburg.de/ We are looking for highly qualified and highly motivated Ph.D. students with an M.A. or equivalent degree in all disciplines studying manuscript cultures regardless of region. Applications including a research proposal compatible with the programme of the Centre's objectives, CV and copies of B.A., M.A. or other relevant certificates with all documents in one pdf-file must be sent by email to the Director of the Graduate School no later than January 15th 2016: Univ.-Prof. Dr. Oliver Huck eMail: stipendium.geisteswiss@uni-hamburg.de.

zurück


Fellowships in Jewish Studies 2016-2017,Paideia, Stockholm, Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg
Deadline: 15.01.2016

Explore the plurality of Jewish Civilizations!

The Paideia One Year Jewish Studies Program offers a unique international Jewish studies experience during eight months in Stockholm with the possibility of completing a 120 ECTS Master in Jewish Civilizations at the Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg.

Experience 8 months in Stockholm of:

· Academic studies of Jewish texts, culture, tradition and philosophy

· World-leading faculty from the top Israeli and European universities

· Traditional Hevruta text study methodology

· Applied project work in Informal Education and Community Leadership

· An open, international and pluralistic European environment

· Hebrew Ulpan on three different levels

· Mid-year study trip to Israel in cooperation with Yad Vashem

· Follow-up programs and yearly conferences

· Access to a 500-individual strong network of alumni in 40 countries

Grants for tuition and living expenses are available.

For more information visit www.paideia-eu.org<http://www.paideia-eu.org/apply/one-year-program/>

zurück


Fellowships 2016/2017 at the Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies (VWI)

Deadline: 31.01.2016

The Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies (VWI) invites applications for its fellowships for the academic year 2016/2017. The VWI is an academic institution dedicated to the research and documentation of antisemitism, racism and the Holocaust. Conceived and established during Simon Wiesenthal's lifetime, the VWI receives funding from the Austrian Ministry of Science, Research and Economy as well as the City of Vienna. Research at the institute focuses on the Holocaust in its European context, including its antecedents and its aftermath. Research projects are to focus on a topic relevant to the research interests of the VWI. Within this parameter, applicants are free to choose their own topic, approach and methodology. Fellows will have access to the archives of the institute. It is expected that fellows will make use of relevant resources from the collection in their research projects. Research results will be the subject of formal fellows' discussions and will be presented to the wider public at regular intervals. Funding is available for

- two senior fellows,

- two research fellows and

- four junior fellows

to work at the institute for a duration of between six and eleven months. Experience tells that residences between nine and eleven months are the most productive for facilitating the research of the fellows at the VWI. Senior fellowships will be awarded to qualified scholars who have completed their PhDs, have authored exceptional academic publications and have been working at a university or academic institution for several years. Research fellowships will be awarded to scholars who have completed their PhDs and have published works in their research field. Junior fellowships will be awarded to PhD-candidates.

With its fellowships, the VWI seeks to encourage communication and academic exchange among the fellows, providing an additional benefit beyond their research work. The fellows are expected to further the institute's academic work and provide each other with advice and support in their research projects. Fellows must be regularly present at the VWI. Fellows will be selected by the International Academic Advisory Board of the VWI. Please attach your application in electronic format (in one *.pdf-file) to an email and submit it by 31 January 2016 to:

fellowship@vwi.ac.at

Please see the information sheets on the different fellowships for further particulars on application modalities, aims, selection process and grant sums. These can also be downloaded from the homepage of the Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies (VWI).

zurück



Calls for Papers


Jüdische Soldaten im kollektiven Gedächtnis Zentraleuropas. Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg aus jüdischer Perspektive, Graz, 23.-25. Mai 2016
Bewerbungsschluss: 31.12.2015

Der Erste Weltkrieg stellt eine weitreichende Zäsur innerhalb der jüdischen Geschichte Zentraleuropas dar. Die verheerenden Kriegsereignisse zerstörten nicht nur die traditionellen Lebenswelten und Gesellschaftsstrukturen des osteuropäischen Judentums, sondern durch die Folgen des Krieges, die geopolitischen Veränderungen sowie durch eine Radikalisierung des Antisemitismus wurden eingeübte Identitätsnarrative der jüdischen Bevölkerung Zentraleuropas fundamental in Frage gestellt. In vielen der neu entstandenen Staaten wurde im Zuge nationaler Selbstfindungsprozesse die Position der Jüdinnen und Juden innerhalb der Gesellschaft sowie ihre Beziehung zum Staat ungewiss. Diese teils gewaltsamen Prozesse evozierten innerjüdische wie gesamtgesellschaftliche Debatten, in denen Fragen jüdischer Loyalitäten zu den alten und neuen Staaten, resp. Gesellschaften ebenso wie jüdische Identitätsentwürfe unter den neuen Anforderungen verhandelt wurden. Ein zentrales und umstrittenes Diskussionsfeld war dabei der Kriegsdienst der jüdischen Soldaten, allgemein die Stellung der jüdischen Bevölkerung zum und ihre Haltung und Tätigkeiten im Krieg. So sahen viele Jüdinnen und Juden in Zentraleuropa und darüber hinaus in ihrem uneingeschränkten Kriegsdienst während des Weltkrieges die Möglichkeit einer Beweisführung ihres Patriotismus und ihrer Loyalität gegenüber den Heimatländern. Allein in den Armeen Russlands, Deutschlands und Österreich-Ungarns kämpften rund 900.000 jüdische Soldaten, von denen circa 100.000 auf den unterschiedlichen Kriegsschauplätzen fielen. Ihr Tod verlangte ebenso wie der von hunderttausenden nichtjüdischen, christlichen und muslimischen Gefallenen, eine politische Rechtfertigung und Sinnstiftung, während und nach dem Krieg. Dies geschah in Form von medialen Diskursen, in öffentlichen und privaten Erinnerungspraktiken und Denkmalsetzungen sowie in Synagogenpredigten. Für Zentraleuropa und die jüdische Bevölkerung ist von besonderer Bedeutung, dass Kriegserinnerung, als öffentlicher und politischer Akt der Sinnstiftung, stets mit der Rechtfertigung der Existenz der politischen Einheit, des Staates, der Nation, für die gekämpft und gestorben wurde, verbunden war. Nach dem Zerfall der beiden Imperien der Habsburger und Romanows, dem Übergang Deutschlands von der Monarchie zur Republik sowie den Versuchen, in Regionen struktureller Heterogenität homogene Nationalstaaten zu etablieren, waren ab 1918 die Bezugnahmen zu den alten, nicht mehr bestehenden kriegsführenden Staaten problematisch geworden. Eine politische Sinnstiftung für das massenhafte Sterben im Krieg musste daher den neuen politischen Realitäten angepasst werden. Kriegserinnerung war damit stets Ort der Ausverhandlung der gesellschaftlichen und staatlichen Einheit sowie der politischen und gesellschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten unterschiedlicher Gruppen: eine davon waren die Jüdinnen und Juden. Die Konferenz "Jüdische Soldaten im kollektiven Gedächtnis Zentraleuropas" rückt die Debatten um den jüdischen Kriegsdienst in all seinen unterschiedlichen Formen (Soldaten und Kriegsgefangene, Flüchtlingsfürsorge und Zwangs- bzw. Fremdarbeiter, Wohlfahrt, ...) sowie die Kriegserinnerung in ihren vielfältigen Ausprägungen während und nach dem Ersten Weltkrieg ins Zentrum. Unter Zentraleuropa werden dabei das Deutsche Reich, die Habsburgermonarchie und die westlichen Gebiete des Russländischen Reiches sowie die in diesem Gebiet nach 1918 entstandenen neuen Staaten verstanden. Im Rahmen der Tagung sollen vorrangig Fragen jüdischer Loyalitäten und jüdischen Selbstverständnisses im Kontext des Krieges ebenso wie unterschiedlichste Debatten um die Verortung der jüdischen Bevölkerung innerhalb der jeweiligen Staaten während und nach dem Krieg behandelt werden. Von besonderem Interesse ist hierbei, wie diese Debatten sich angesichts der neuen politischen und nationalen Realitäten Zentraleuropas nach 1918 wandelten. Konnten die jüdischen Soldaten und der jüdische Kriegsdienst in die neuen nationalen Erinnerungs- und Sinnstiftungsdiskurse integriert werden, oder wurden sie vielmehr, ähnlich der Dolchstoßlegende in Deutschland, aus diesen ausgeschlossen? Welche Rolle spielten hierbei der Antisemitismus und der Aufstieg des Faschismus, Nationalsozialismus, Kommunismus und Bolschewismus? Wie wirkten sich diese Entwicklungen in unterschiedlichen nationalen bzw. staatlichen Kontexten aus? Wie organisierten sich jüdische Erinnerungsmilieus (Veteranenorganisationen, Hilfsvereinigungen für die Versehrten, Witwen und Waisen), und welche Ziele verfolgten sie? Gab es gemeinsame jüdische und nichtjüdische Erinnerungsmilieus und Überlappungen in den Erinnerungs- und Sinnstiftungsdebatten? Welche Loyalitäts- und Identitätsdiskurse verbanden die unterschiedlichen jüdischen Gruppierungen (zionistisch, religiös, akkulturiert) mit dem Kriegsdienst und der Erinnerung an diesen? In welchen Formen artikulierten sich die Erinnerungsdiskurse, und welche Manifestationen in Form von Denkmälern, Gedenktafeln und Erinnerungsritualen gab es? All diese Aspekte sollen nicht nur aus einer nationalen oder (national)staatlichen Perspektive behandelt werden. Vielmehr möchte diese Tagung zum einen eine zentraleuropäische, vergleichende Perspektive eröffnen und zum anderen auch das transnationale Element jüdischer Kriegserinnerung, wie es beispielsweise in der Gründung des Weltbundes jüdischer Frontsoldaten 1935 zum Ausdruck kam, berücksichtigen.

Die Tagung richtet sich an WissenschaftlerInnen unterschiedlichster kultur- und geisteswissenschaftlicher Disziplinen. Von besonderem Interesse sind dabei Beiträge zu nachfolgenden Themen.

- Jüdische Erinnerungsdiskurse mit ihren politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Rückbezügen

- AkteureInnen jüdischer Kriegserinnerung - Erinnerungsmilieus

- Jüdische Veteranenorganisationen

- Medien der Erinnerung: Erinnerungsschriften, Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Filme, autobiographische Texte, Kunstwerke, usw.

- Denkmalsetzungen, Heldenfriedhöfe

- Jüdische Kriegserinnerung in der Literatur

- Wechselbeziehungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Erinnerungsdiskursen und -Milieus

- Antisemitismus

- Transnationale Aspekte jüdischer Kriegserinnerung

- Weibliche Kriegserinnerungen

- Bildsprache: Fotografien, Postkarten

Die Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Die Organisatoren bemühen sich um eine ausreichende Tagungsfinanzierung, sodass Reise- und Aufenthaltskosten übernommen werden können. Eine Tagungspublikation (peer review) ist geplant (deutsch und englisch).

Bei Interesse senden Sie bitte einen Abstract (max. 500 Wörter) und kurzen CV an:

gerald.lamprecht@uni-graz.at

zurück



Conference on Yiddish Music - Historically Informed Performance(YHIP), Weimar, 19-22 July 2016

Deadline: 31.01.2016

"Performers who lay any claim to historical practice should give full attention to new research findings, whether or not they choose to use them. [�] While questions of performance practice should be the musician's daily housekeeping alongside technical preparation, fundamental questions concerning the future of our research and performance must not be ignored. [�]." (Trevor Pinnock: "Reflections of 'Pioneer'," in Early Music XVI/1 (2013): 21)

Trevor Pinnock, indeed a "pioneer" of the Early Music revival, wrote these sentences in 2013. By then, centuries had passed since the rediscovery of Medieval, Renaissance and Baroque music and the unprecedented development of a professional scene - both scholarly and in terms of performance. Yiddish musical cultures have been revived enthusiastically, too, since the 1970s in the US and Europe - with the fundamental difference that musicology was in no way prepared or ready to help and support their endeavors. Thus, most performers turned into ethnomusicologists - studying recordings and collections, conducting field-work and by way of traditional teaching methods passing on their knowledge to students and colleagues. Now, 40 years later and in an (arguably) post-revival stage, we might ask, reflecting Pinnock: do present-day Klezmorim or Yiddish singers consider questions of performance practice their "daily housekeeping"? Or go further and ask: is it even possible for them to do so? Therefore, this conference invites scholars and musicians alike to hand in abstracts for lectures related to the following subjects:

- Sources and resources: collections, accessibility of material and its edition; structures of support

- What has/is being revived: style, style-period, geography etc. and the taste-criteria

- Analysis of repertoire: instrumental music, song and dance

- Analysis of performance practices: ornamentation, micro-improvisation and stylistic features in instrumental music, song and dance

- Analysis of vocal techniques

- Suggestions for the standardization of musical notation concerning Yiddish ornamentation practice

- Relationship between Yiddish and different contemporary musical practices and repertoires (e.g. theatre, folk, popular, Chassidic, (para-) liturgical, jazz, urban & rural, gender-specific etc.)

- Analysis of musical continuity between Ashkenaz I and II

- Institutionalization and education: critical reflections

Attention shall be paid to Yiddish music between its inception in the Middle Ages and its expressions in 21st-century Europe, the Americas and elsewhere. Following the conference, a handbook on Yiddish Music - Performance Practice (working title) will be published. All participants are obliged to agree to a publication of their contributions. We offer various possibilities and formats: a) an essay, b) a transcript of the presentation. All presentations will be recorded. Stipends: For the time of the conference, hotel and catering will be provided. We offer assistance for travel costs as well as a small honorarium for those who cannot acquire aid via an institution. Please contact us about this individually after your paper has been accepted.

Please send your abstracts of max. 200 words until the 31st of January 2016 to: Diana Matut (diana.matut@judaistik.uni-halle.de). Live performances as examples are welcome!

The conference will also include an exciting program of evening performances and other events. We hope to see you in Weimar!

Diana Matut, Andreas Schmitges, Alan Bern

For questions and more information please refer to www.yiddishsummer.eu or conference organizers Diana Matut (diana.matut@judaistik.uni-halle.de) and Andreas Schmitges: (schmitges@aol.com).

Funded by the German Federal Cultural Foundation.

zurück



Ankündigungen


Exil - Existenz im Paradox Freiburg i. Br., Januar/Februar 2016

Israel ist aus dem Exil erwachsen: sei es aus der ägyptischen Fron gemäß dem biblischen Narrativ, sei es aus der babylonischen Verbannung laut der historisch-kritischen Einschätzung des Pentateuch, oder sei es aus dem modernen Zionismus Osteuropas. Die meisten Juden lebten über die Epochen und leben noch heute in einer doppelten territorialen Bindung zwischen Gastländern und dem Land Israel. Diese Existenz war stets ambivalent, denn Exil bedeutete oft Ausgrenzung und Verfolgung, doch wurde die Diaspora ebenso zum Ort von Prosperität und geistiger Bereicherung.

Programm

Mittwoch, 13.01.16, 18 Uhr c.t., HS 3042

Dr. Cornelia Wunsch (Hirschbach / London)

Der Einfluss des babylonischen Rechts auf Judäer im Exil nach Texten aus al-Jahudu

Donnerstag, 28.01.16, 18 Uhr c.t., HS 1119

PD Dr. Alexander Achilles Fischer (Jena / Stuttgart)

Das Exil und die Heilige Schrift

Donnerstag, 11.02.16, 18 Uhr c.t., HS 1119

Prof. Dr. Gabrielle Oberhänsli-Widmer (Freiburg)

,An den Flüssen Babels, da saßen wir und weinten, als wir Zions gedachten'

- Die jüdische Sehnsucht nach Jerusalem

Informationen: (http://www.orient.uni-freiburg.de/judaistik/allgemeines_juda/vortraege.html)

zurück



HEBREW MANUSCRIPT STUDIES:Codicology, Palaeography, Textual History, SUMMER WORKSHOP, Oxford, 5 July 2016

Deadline: 23.03.2016

Recent years have witnessed an unprecedented interest in Hebrew manuscripts in various fields of academic Jewish studies. The development of new technologies, online accessibility of the contents of the major European Hebrew manuscript collections, and the creation of manuscript databases and programmes dedicated to the study and preservation of Jewish archives and libraries, have made the manuscripts readily available for scholarly investigation. This access to information has given a new impetus to the return to primary sources in historical research and has encouraged new editorial projects on medieval Hebrew texts. Together with this renewed dynamism of historical and textual studies, there is a growing awareness of the need to understand the material and cognitive aspects involved in manuscript production and circulation. Students and scholars need to acquire the tools to approach the handwritten medieval sources in their specificity and complexity. The Summer Workshop in Oxford provides a comprehensive and specialised programme in the fields of Hebrew codicology, palaeography, diplomatics, art history, history of the book and collections, and conservation and digital humanities as applied to Hebrew manuscripts. Several specialists will provide in-depth methodological introduction and research guidance for these fields of Hebrew manuscript studies. The workshop is organised in collaboration with the Bodleian Library, which will allow access to original manuscripts in situ for the teaching sessions. Lecturers will include Professor Malachi Beit-Arié, Professor Judith Olszowy-Schlanger and Dr. César Merchán-Hamann. Suitably qualified scholars and students are invited to apply. Space for the Workshop is limited and early application is advised. Selection of participants will be on the basis of the potential benefit to their studies from attending the Workshop.

Workshop fee: £75

Applications should reach the Centre by 23 March 2016.

Applicants will be informed on 15 April 2016 whether their application has been successful and the Workshop fee will be due for payment by 30 April 2016.

For more information contact:

Prof. Judith Olszowy-Schlanger (judith.schlanger@ephe.sorbonne.fr)

Dr. César Merchán-Hamann (cesar.merchan-hamann@bodleian.ox.ac.uk)

For any other queries contact:

Martine Smith-Huvers (registrar@ochjs.ac.uk)

zurück



Medaon: Neue Ausgabe 9 (2015), 17 online

Die Redaktion von Medaon - Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung (www.medaon.de) freut sich, mitteilen zu dürfen, dass die neueste Ausgabe seit kurzem online zugänglich ist. Die Ausgabe umfasst den Schwerpunkt "Zwischen Versprechungen und Herausforderungen. Perspektiven auf das Verhältnis von Digitalisierung und jüdischer Geschichte", der in Kooperation mit dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden und dem Netzwerk "Jüdische Geschichte digital" der Arbeitsgemeinschaft "Digitale Geschichtswissenschaft" des Verbands der Historiker und Historikerinnen in Deutschland entstanden ist. Wir danken Miriam Rürup und Anna Menny herzlich für die hervorragende und fruchtbare Zusammenarbeit!

Die einzelnen Beiträge können Sie dem Inhaltsverzeichnis unter www.medaon.de/de/ausgabe/ausgabe-9-2015-17/ entnehmen.

Medaon erscheint jeweils im April und Oktober und wird seit 2007 von HATiKVA - Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur Sachsen e.V. herausgegeben. Medaon - die Komposition aus den hebräischen Wörtern Meda für Information, Mada für Wissenschaft, Dea für Ansicht sowie Iton für Zeitung bündelt den Anspruch, ein online frei zugängliches, interdisziplinäres Podium für fundierte Perspektiven auf jüdische Lebenswelten in Geschichte und Gegenwart zu bieten.

Medaon fördert zielgerichtet den Austausch innerhalb und zwischen akademischer Forschung und außerakademisch geführten Ansätzen. Alle Beiträge werden intensiv redaktionell geprüft, fachwissenschaftliche Aufsätze durchlaufen ein Begutachtungsverfahren (double-blind peer review).

Die Redaktion von Medaon (medaon@hatikva.de), Oktober 2015

Anschrift:

Redaktion Medaon

HATiKVA e. V.

Pulsnitzer Str. 10, 01099 Dresden

Sie schätzen unser Engagement?

Für Medaon fallen laufende Kosten an, ohne dass derzeit Projektmittel zur Verfügung stehen. Mit Ihrer Zuwendung können Sie die Arbeit der Redaktion maßgeblich unterstützen.

Empfänger: HATiKVA e. V.

Konto-Nr.: 31 20 12 39 77

Institut: Ostsächsische Sparkasse Dresden

BLZ: 850 503 00

Verwendungszweck: Medaon.

HATiKVA e. V. ist ein gemeinnützig tätiger Verein. Ihre Spenden sind somit entsprechend der steuerlichen Gesetzgebung absetzbar. Am Jahresende übermitteln wir Ihnen dafür eine Spendenquittung. Bitte schicken Sie uns Ihre Postanschrift.

Vielen Dank!

zurück



Dieter Borchmeyer: Judentum und Deutschtum - Der Lebens- und Denkweg von Nahum Goldmann (1895-1982) im DAI Heidelberg

im Rahmen des Herbstprogramms des Deutsch-Amerikanischen Instituts Heidelberg (DAI) möchten wir Sie herzlich zu dem Vortrag mit Klaus-Dieter Borchmeyer, "Judentum und Deutschtum - Der Lebens- und Denkweg von Nahum Goldmann (1895-1982)" einladen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Borchmeyer ist Präsident a. D. der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und emeritierter Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Heidelberg.

In seinem Vortrag behandelt Borchmeyer das Leben und den Werdegang von Nahum Goldmann, welcher Gründer und langjähriger Präsident des Jüdischen Weltkongresses einer der führenden Zionisten seiner Zeit war.

zurück


Neuerscheinungen

W. David Nelson and Rivka Ulmer: "It's better to hear the rebuke of the wise than to the song of the fool" (Qoh 7:5)

"It's better to hear the rebuke of the wise than to the song of the fool" (Qoh 7:5). Proceedings of the Midrash Section, Society of Biblical Literature, vol. 6, edited by W. David Nelson and Rivka Ulmer (Judaism in Context; Piscataway, NJ: Gorgias Press, 2015).

ISBN: 978-1-4632-0560-7

Introduction

1. Ancient Jewish and Christian Exegeses of the 'Curse of Ham': Divergent Strategies against the Background of Ancient Views on Slavery. Ilaria Ramelli

2. Jacob's Double: A Reduplicative Confabulation of Post-Biblical Literature. Steven Daniel Sacks

3. The Holy of Holies or the Holiest? Rabbi Akiva's Characterization of Song of Songs in Mishnah Yadayim 3:5. Jonathan Kaplan

4. The Spirit among the Sages: Seder Olam, the End of Prophecy, and Sagely Illumination. Nehemia Polen

5. Blessed be He, Who Remembered the Earlier Deeds and Overlooks the Later - Prayer, Benedictions, and Liturgy in the New Rhetoric Garb of Late Midrashic Traditions. Lennart Lehmhaus

6. The Role of Small Forms in Pirqei deRabbi Eliezer. Katharina Keim

7. Inner-Biblical Exegesis in Rashbam's Commentary on Qohelet. Jonathan Jacobs

zurück


Matthias Morgenstern / Reinhold Rieger (Hg.): Das Tübinger Institutum Judaicum Beiträge zu seiner Geschichte und Vorgeschichte seit Adolf Schlatter, Stuttgart 2015.

ISBN: 978-3-515-11128-7

Contubernium - Band 83

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Judentum an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen begann mit der Berufung Adolf Schlatters (1852-1938) zum Sommersemester 1898. Mit Schlatters Nachfolger, dem Neutestamentler Gerhard Kittel (1888-1948), der während der Weimarer Republik mit jüdischen Kollegen zusammenarbeitete, erreichte sie einen ersten Höhepunkt. Aufgrund judenfeindlicher Äußerungen Schlatters und wegen der Verstrickung Kittels in den Nationalsozialismus waren der Neubeginn der Arbeit nach dem 2. Weltkrieg und die Gründung des Institutum Judaicum durch Otto Michel (1903-1993), der selbst Mitglied der NSDAP gewesen war, historisch belastet. Michels Bestreben war darauf gerichtet, nach der Schoah jüdische und christliche Forscher wieder zusammenzubringen; zugleich verschwieg er aber seine eigene Vergangenheit und konnte nicht an die Kooperationen der Weimarer Zeit anknüpfen. Dieser Band versammelt Beiträge zur Geschichte der Tübinger "Judentumsforschung", die die Frage nach dem bleibenden Einfluss Adolf Schlatters, die Geschichte des Insti- tutum Judaicum bis zu Martin Hengel (1926-2009), Otto Michels Hebräerbriefkommentar und die zeitgeschichtliche Situation im Tübingen der 1950er und 1960er Jahre in den Blick nehmen.

Aus dem Inhalt

Matthias Morgenstern: Von Adolf Schlatter zum Tübinger Institutum Judaicum. Gab es in Tübingen im 20. Jahrhundert eine Schlatter-Schule? Versuch einer Rekonstruktion | Reinhold Rieger: Otto Michel und das Institutum Judaicum in Tübingen | Gudrun Holtz: Alter Bund und Neuer Bund, Judentum und Christentum. Otto Michel als Exeget und Hermeneut des Hebräerbriefes | Hans-Joachim Lang: Tübingen nach dem Holocaust. Wie sehr die Stadt ihre Juden vermisste

zurück

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Verband der Judaisten in Deutschland